Ein Ort vieler Welten

Wie ein Schiff sticht die Altstadtinsel in See – Richtung Zukunft. Jahrhundertelang haben die großen Segler Lübeck zur Handelsmetropole gemacht, eine Vergangenheit, die der Gegenwart eine der schönsten Innenstädte Europas hinterlassen hat. In ihren Gassen tummelt sich heute  neues Leben: Die schlafende Schönheit ist erwacht, doch ihre spannendsten Seiten sind verborgen. Wie gut, dass es Christoph Rode gibt, der hier finden hilft:  Am Samstagmorgen, wenn die Stadt am quirligsten ist, führt sein Rundgang zu ihren besonderen Stellen: Schmale, niedrige Durchlässe öffnen dann – wie sonst Spiegel oder Schränke – eine andere Welt. Gassen und Gärten, Höfe und Ateliers, Werkstätten und Läden, in denen Kunst, Handwerk, Kunsthandwerk und Handel blühen, kreative Menschen Höhenflüge starten, Ideen geboren und kleine und größere Schätze gefertigt werden. Christoph Rode führt ins Herz der Stadt und lässt ihre Facetten funkeln. Von diesem Lübecker Insider spannend und liebevoll erzählt, werden Geschichte und Gegenwart lebendig. Nicht die großen Monumente stehen im Mittelpunkt, sondern die kleinen Orte neuen Schaffens. Christoph Rode öffnet Türen, die sonst oft versperrt bleiben würden und lässt die Menschen, die hier arbeiten und leben dann selbst zu Wort kommen. Perfekt wird  dieser Blick hinter die schönen Fassaden durch die kleinen Köstlichkeiten des Patissiers Marcus Thannhäuser, die an sieben dieser Orte warten:  Kreationen nach extra für diesen Rundgang entwickelten Rezepten, die sich auf die Geschichte der Stadt beziehen – und auf die kleinen und großen Geschichten, die Christoph Rode erzählt.

 

In dreieinhalb Stunden, die wie im Flug vergehen, führt dieser Rundgang in ein verborgenes Labyrinth, in kleine Häuser und Geschäfte voller großer Ideen. Ein ganz besonderes Erlebnis, und ein ganz eigener, individueller Blick auf diese schöne Stadt.

 

Text: Thomas Plaichinger